›Mein ganz privates Deutschland - Augsburg‹ (2014)

ist zusammen mit dem Grandhotel Cosmopolis entstanden,
und mit freundlicher Unterstützung vom Kulturpark West und Augsburger Friedenfest

Von April bis August lebte ich in Augsburg und habe eine Stadt kennengelernt, in der mehr als 40% der Bevölkerung einen Migrationshintergrund haben und fand hier den Aufbruch, dessen Stimmung gerade überall im Land webt. Die AugsburgerInnen sind für ihr vorbildliches Zusammenleben mit der migrantischen Bevölkerung bekannt. Aber wie funktioniert diese beispielhafte Inklusion? Welche Herausforderungen der Alltag in einer derart heterogenen Gesellschaft an uns stellt, das erlebte ich im Grandhotel Cosmopolis und leider auch, dass wir nicht gleich sind, z.B. hinsichtlich Sprache und Asylrecht. Aber wir sollten uns bewusst und entschieden dafür einsetzen, dass wir uns mehr und mehr annähern. Eine Reihe ausgewählter Erlebnisse wurden zu Performances, die sich mit ihren Fragen an uns alle wenden: Was haben wir in dieser Gesellschaft zu teilen?

Präsentation der Performances im Rahmen des Augsburger Friedensfestes im Juli 2014





›Ce n'est pas facile !‹

mit Kadiatou Camara

Eine Begegnung au 4ème étage des Grandhotels. Darüber, ob ich jemanden willkommen heiße, den ich nicht verstehen kann. Nicht auf der sprachlichen, nicht auf der kulturellen Ebene. Und dieser Mensch braucht meine Hilfe. Chez toi: souvent la famille rends tout possible pour aider un de ces membres - Können auch wir eine solche Familie sein?

>Artikel über K.Camara und ihren Sohn Santy Keita von Ute Krogull





›Jetzt ist alles anders, aber nichts hat sich geändert‹

von Frauke Frech (unter Mithilfe von Klaus A. / ›Mein ganz privates Deutschland: Berlin-Lichtenberg‹ )

Frauke Frech empfängt Sie im Museum Walter und gewährt Ihnen Einblicke in ein Leben in DDR und BRD - zwischen sozialistischem Kollektiv, der Liebe zur Kunst und der Arbeit für den Staat. Wie steht es um das innerdeutsche Verständnis in Bezug auf die Wiedervereinigung? Eine dialogische Performance unter vier Augen mit Werken von Künstlern aus der DDR, die auch Sie fragt: Kann ich etwas beurteilen, das ich selbst nicht erlebt habe?

Herzlichen Dank an das Kunstmuseum Walter





›The Grand Beauty Salon‹

Lassen Sie sich von unseren internationalen Beauty ExpertInnen verwöhnen, verschönern und werden Sie ein/e Andere/r!

Die Grand Beauty ExpertInnen sind sich einig: this job is about helping the people to feel and look better. Bekanntlich hat aber die oder der schön sein will zu leiden. Man braucht einen klaren Cut und verabschiedet sich von Altem, will lästiges Haar loswerden, verwöhnt werden oder sich mal richtig aufpolieren. In Begegnungen unter vier Augen verhandeln Sie mit unseren Profis wonach Sie suchen: Kurz-, Langhaar-, Steck- oder Bart-Frisuren; Make-up; diskrete Haarentfernung; etc. und erfahren was als schön in Mazedonien gilt, was im Iran, wie der Arbeitsalltag eines Barbiers ist und wie die Situation unserer ExpertInnen in diesem Land.

›Changing Heads‹ - The Grand Beauty Mag Issue 01 kam anlässlich des Standing of the Shoulders of Giants Parcours am 27.Juli 2014 heraus.

Ab November 2014 geht ›The Grand Beauty Salon‹ weiter!





›Wandertag‹

mit einer 14-köpfigen Gruppe

Ganz verschiedenen Menschen zusammen auf dem Weg ins Grüne. Wie können wir uns anders begegnen, als wir es im Alltag tun und eine bleibende Verbindung zwischen uns schaffen?



›Mein ganz privates Deutschland: Augsburg‹ wird gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Stadt Augsburg, Heinrich Böll Stiftung: Freundinnen + Freunde



›Mein ganz privates Deutschland: Berlin - Lichtenberg‹ (2013)

>mein Lichtenberger Reisetagebuch

Aufgefallen, dass ich Deutschland – das Land aus dem ich stamme, kaum kenne, ist mir, als ich vor über zehn Jahren als AuPair auf Island war. Der Wunsch die Menschen, die in den verschiedenen Regionen Deutschlands leben, kennen und so besser verstehen zu lernen, kam während dieser Zeit das erste Mal in mir auf. Dieser Wunsch ist geblieben und gewachsen, bis ich letztes Jahr beschloss mich ausgewählten Orten in Deutschland zu widmen und für drei Monate an jeweils einem dieser Orte zu leben. Orte, die mich wegen ihrer lokalen Eigenheiten und ihres Wandels interessieren und von denen ich glaube, dass hier bestimmte Charakteristika unserer Gesellschaft neu verhandelt werden. Ich möchte mit den Menschen zusammen arbeiten, die diese Orte zu dem machen, was sie heute sind.

Im Laufe des letzten Jahres habe ich einige LichtenbergerInnen kennengelernt und durfte im Austausch mit ihnen, mindestens einen Schritt in ihre Wirklichkeit setzen, und sie in meine.

Ausgewählte Begegnungen habe ich performativ weiter verarbeitet, so dass sie das Publikum direkt, persönlich und unter vier Augen, ansprechen. Im Museum Lichtenberg enstand eine Installation, die aus privatem Mobiliar meiner Lichtenberger Bekannten zusammen gestellt wurde um zu folgenden Performances einzuladen:




»Jetzt ist alles anders, aber nichts hat sich geändert.«

Phở - ein Kochabend mit zehn Gästen




»Wenn ich zurückdenke, kommt mir immer als erstes die Geschichte von der modernen Bilderstürmerei nach der Wende ins Gedächtnis, die Du (als Klaus) so eindrucksvoll dargestellt hast. Dass das genau so abgelaufen sein soll, erstaunt mich heute noch. Es hat mich deshalb so stark betroffen, weil nach der Wende ein Teil meines damals vergangenen Lebens einfach mit einem Federstrich beseitigt wurde, dazu gehört eben auch die DDR-Kunst. (Im Moment versucht man ja die Reste wieder hoffähig zu machen!). Ich habe an diesen Staat trotz aller Fehler und Missstände geglaubt, weil die Grundidee die von mehr Gerechtigkeit im Leben der Menschen war. Du merkst, die Erinnerung an Deine Arbeit ist sehr stark mit meinen persönlichen Gefühlen verbunden. Vielleicht ist das der Grund, dass Du diese Performance nur jeweils mit einer Person machst?«

»It was really good to listen to your stories through the perspective of another person in Lichtenberg and from what I could understand despite my lack of German; I came away thought full about the life of someone else and with an insight into a place and time I may not have experienced otherwise.«

Kommentare von Gästen



›Mein ganz privates Deutschland: Berlin - Lichtenberg‹ wurde gefördert vom Bezirkskulturfonds /
Kultur in Lichtenberg und den Lichtenberg Studios




PRIVATE STRANGER (2013)
Performances unter vier Augen | jeweils 60 min.

©Frauke Frech

In einem Hotel- und einem Badezimmer werden die BesucherInnen in prekäre und intime Erfahrungen verwickelt. Dabei gilt es zu entdecken, welche Rolle mein Gegenüber in der jeweiligen Situation einnimmt. Verdichtete Momente, in denen sich gerade durch das fremd sein das zeigen kann, was oft zurückgehalten wird. Danach geht jeder seiner Wege und nimmt doch die Erinnerung mit.

Kunstdetektor Berlin, Art-Hotel Charlottenburger Hof
Mitte | Ecke Berlin, Ausstellung in einer Privatwohnung

 
SARAH SAYSSARAH SAGT (2012)
- eine Performance mit Text, Tanz und Klebeband | 50 min.

©Julia Kapelle

Ein deutsch-jüdischer Dialog über Herkunft und Identität und den archaischen Drang aus Chaos etwas Neues zu schaffen. Wer bin und zu wem werde ich, wenn vertraute Strukturen zusammenbrechen? Fragile Beziehungen und symbiotische Konflikte entfalten sich zwischen dem was ausgesprochen und dem was ausgetragen wird. Wo hört das Wort auf – wo übernimmt der Körper?

TEXT SARAH SAYSSARAH SAGT Lia Nirgad
© Theaterverlag Hofmann-Paul, Berlin
KONZEPT | PERFORMANCE | BÜHNE Frauke Frech
LICHT | SOUND Arne Schmitt
KOSTÜM Marianka Benesch

Herzlichen Dank: Lydia Zechelius, Gabi Beier, Klaus Janek

gefördert von



Uraufführung: ada Studio | Uferstudios Berlin

>Dokumentation

 
s e n s o r p i e c e (2011)
Performance mit Klebeband und Körpermaßen | 45 min. - 90 min.


©Sven Wied

©Arne Schmitt

Wo liegen meine Grenzen und wo die Schnittstellen zwischen uns? Basierend auf meinen Körpermaßen klebe ich ein Flächennetz auf den Boden. Darin lote ich meinen persönlichen Raum aus und beginne dann seine Grenzen aufzubrechen - umzukleben. So entsteht eine in den Raum gezeichnete Installation, die auch den Umraum der Zuschauer determiniert.

HFBK Galerie Hamburg
Stadtgalerie Kiel
Mica Moca Berlin
Kunstquartier Bethanien Berlin
Schreber-Konferenz, Gedenkstätte Pirna Sonnenstein

>Dokumentation


0,97x1,12x2,84m (2009 - 2011)
live Video-Performance | Installation



© Arne Schmitt

Welchen Freiraum kann ich mir in einer Zelle erschließen? Über einen längeren Zeitraum habe ich den Raum 0,97x1,12x2,84m allein und mit anderen, mit und ohne Videokamera untersucht. Zum Teil habe ich mich ihm sechs Stunden am Stück ausgesetzt. Ein Selbstversuch.

Ich stemme mich gegen die Enge durch den Raum und nehme seine Strukturen in mich auf. Dabei verfolge meinen Weg durch den Raum mit einer Videokamera, deren Aufnahmen simultan auf einem Monitor neben der Box gezeigt werden.

Mica Moca Berlin
Sophiensaele Berlin

>Dokumentation
op#2 – resolution (2008)
Onsite- | Online-Performance | 8 min.

 

Mit meinem Notebook performe ich zwischen Tisch und Stuhl, in der Ecke eines Raums. Der Computer als intimer Vertrauter, vor dessen Webcam ich mich zeige, aber unberührt bleibe. Jeder Handgriff dient der Kreation eines Videos, das ich durch die Webcam als livestream ins Internet schicke. Am Schreibtisch suche ich nach räumlicher Entgrenzung wobei mir Möbel, Ecken und Wände als Reibungspunkte dienen, an denen ich mich abarbeite. Das Publikum sieht mich live, als auch live online. Eine Frage nach heutiger Präsenz, nach Nähe und Distanzen.

 










  © Virginie Otth



© Sandra Pointet

Huis Clos, Palais de L'Athénée Genf/Privatwohnung Berlin
GRÜ - Maison des Arts Genf
Blauverschiebung Performance-Festival Leipzig

>Dokumentation

 

 

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